Kurzvita Ulrich

Darum bin ich Franziskanerbruder vom Heiligen Kreuz

Als mich vor nun fast 40 Jahren Gott zu den Franziskanerbrüdern führte, waren zwei Gedanken wohl maßgeblich an dieser Entscheidung beteiligt. Einmal hatte ich durch die intensiven Erfahrungen meines Zivildienstes in der Beschützenden Werkstatt „Haus Freudenberg“ /Kleve  erkannt, dass dies auch meine zukünftige berufliche Herausforderung werden könnte und nicht eine fachliche Weiterbildung oder ein Studium im Bereich der Kunst. Andererseits war es mir wichtig einen solchen Dienst mit Rückbindung an und Einbindung in eine geistliche Gemeinschaft zu tun. Was mich dann erwartete und wie sich mein Weg dann entwickelt hat,  war sowohl Herausforderung als auch Geschenk.
Mit Zurückhaltung, doch großer Begeisterung, so würde ich dies heute rückblickend sagen, ging ich meine ersten Schritte als Franziskanerbruder. Mit anderen in Gemeinschaft zu leben, war mir  durch die Erfahrungen  in einer Großfamilie vertraut. Als das größte Geschenk möchte ich den Prozess benennen, der mich zu einer menschlichen und spirituellen Reifung geführt hat. Eine Reife, deren Wachstum ich im Innersten meiner Person erfahren durfte ohne , dass sie dort eingeschlossen blieb. Ich durfte lernen, mich mit meinem So-Sein in das Leben  einzubringen und auch der Not der Menschen nicht auszuweichen.  
Dabei  sind mir sowohl das geistliche Leben in Gemeinschaft, als auch die Entwicklung meiner fachlichen und sozialen Kompetenzen als Anruf und Berufung durch Gott zutiefst Motivation und Hilfe im Alltag. Die Ausrichtung auf Gott und die Orientierung am Evangelium sind mir neben dem Leben in einer geistlichen Gemeinschaft heute  „Sehhilfe für das Leben“. Selbst da wo es dunkel zu sein scheint oder es eng wird, wird mir immer wieder Einsicht und Weitsicht geschenkt, die zur Zuversicht wird, dass Gott mit uns ist.