Jubiläumsschrift

Festschrift zum 150-jährigen Ordensjubiläum

Hier finden Sie die Festschrift zum 150-jährigen Ordensjubiläum der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz (2011 - 2012).

 

Besprechung zur Festschrift von Pater Leonhard Lehmann ofmcap

„Im Kreuz ist Hoffnung." Festschrift zum Ordensjubiläum der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz (1862-2012). Herausgegeben vom Generalat der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz. D-53547 Hausen an der Wied (Hönninger Straße 2-18), 2012. 15 x 20 cm., 90 p., ill.

Diese vom derzeitigen Generalsuperior Br. Ulrich Schmitz redigierte Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum der Kongregation verdient an dieser Stelle vorgestellt zu werden, denn die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz widmen sich bis heute den geistig und körperlich Behinderten, die am Rand unserer modernen Gesellschaft leben und gerne abgeschoben werden. Sie stehen darum dem hl. Franziskus besonders nahe. Dies gilt schon für den Gründer, der schon mit zehn Jahren Vollwaise war und von seinem Patenonkel aufgenommen wurde. Er erlebte die bittere Armut jener Zeit, trat unter der geistlichen Leitung seines Pfarrers Jakob Gomm in den Dritten Orden ein, verdiente sich sein Brot als Schuhmacher und beschloss 1854, mit Antonius und Matthias Weber eine geistliche Wohngemeinschaft zu bilden und Waisenknaben aufzunehmen. An der Kreuzkapelle an der Wied lernten sie Rosa Flesch kennen, die sich ihrerseits um arme Mädchen kümmerte und später die Kongregation der Franziskanerinnen von Waldbreitbach gründete. Die Gruppe um J. Wirth wurde 1862 durch den Trierer Bischof anerkannt. Schon neun Jahre später starb der Gründer, weil er sich bei der Pflege von Pockenkranken selbst infiziert hatte.

Nach den Grußworten wird gleichsam synoptisch das Leben des Gründers dem des hl. Franz gegenübergestellt, was gar nicht gezwungen wirkt: Der hl. Franziskus (1182-1226) und Bruder Jakobus Wirth (1830-1871) - Parallelen auf dem Weg zu Gott (S. 12-17). Beide erlebten mehrere Wenden im Leben und erfuhren diese als Durchbruch der Gnade Gottes. Dann wird die Entstehung und Entwicklung der Gemeinschaft geschildert (18-27), die sich erst nach dem Kulturkampf voll etablieren konnte. „In den Jahren 1934/35 erreichte die Ordensgemeinschaft mit rund 400 Brüdern und gut 100 Novizen ihren zahlenmäßigen Höchststand" (23). Die bisher 22 Generaloberen werden mit Foto vorgestellt (28f.). 1924 brachen sechs Franziskanerbrüder in die USA auf und bauten ein Waisenhaus. Heute leiten sie noch ein Heim für Behinderte in Springfield (vgl. 30-33). „In den Niederlanden verstarb der letzte Mitbruder 2004" (27).

Unter der Überschrift Wie Spiritualität sich entfaltet (36-47) wird auf das Magnifikat Mariens, auf Franziskus und Jakobus Wirth hingewiesen: Alle drei waren überzeugt, dass Gott die Niedrigen erhebt. Der Diener Gottes Bruder Jakobus bekannte: „Gott baut sein Werk auf das Niedrige" (41). Er vollendet, was bei uns Stückwerk bleibt. Unter Streiflichter und Einsichten (48-57) begegnen wir Bruder Antonius Weber und Mutter Maria Rosa Flesch, den Weggefährten des Bruder Jakobus; alle drei sind sehr arm aufgewachsen, haben aber fleißig gearbeitet und sich für andere Arme eingesetzt. Sie waren von Glaube, Hoffnung und Liebe beseelt. „Wir sind immer wieder aufgefordert, im Leben jedes Menschen Gottes Ja zu entdecken und ihm dies zuzusagen, mag er auch noch so unscheinbar, krank oder behindert sein" (54).

Nach diesem spirituellen Teil kommen in Wort und Bild die einzelnen Einrichtungen in den Blick. Es wird deutlich, wie nah die Brüder den behinderten oder alten Menschen sind: Sendungsauftrag der Einrichtungen - den Menschen nahe (59-77). Erwähnt werden soll hier wenigstens die älteste Einrichtung: Kloster Ebernach bei Cochem; es wurde 1888 gegründet und diente 1937 bis 1947 als Mutterhaus; hier sind Werkstätten für Behinderte. Wo die Laienbrüder des Regulierten Dritten Ordens des hl. Franziskus (TOR) sonst noch anzutreffen sind, erfährt man gegen Ende der gut illustrierten Festschrift: Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz heute (80-89). Ihr Mutterhauskonvent ist das St. Josefshaus in Hausen an der Wied; ihre Ausbildung zum Ordensleben erfahren sie in Bad Kreuznach; eingesetzt sind sie in verschiedenen Einrichtungen in Deutschland (30 Brüder) und den USA (11 Brüder). Es ist zu wünschen, dass diese Brüderschaft, die ihre klar umrissene Identität besitzt, unter den heute stark veränderten Bedingungen weiterbestehen kann.

Leonhard Lehmann